Über
Forschung zu institutionellem Rassismus, Migration und Stadtpolitik
Çağan Varol ist Sozialwissenschaftler in Köln. Seine Arbeit konzentriert sich auf institutionellen Rassismus, Migrationspolitik, Stadtpolitik und Erinnerungspolitik; er versteht sich als kritischer Rassismusforscher. Ein zentraler Gegenstand seiner Forschung ist die Kölner Keupstraße: wie die Straße und Migration insgesamt problematisiert wurden, der Nagelbombenanschlag des NSU von 2004 und die Erinnerung an diesen Anschlag.
Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität zu Köln und legte das Zweite Juristische Staatsexamen ab. Anschließend schloss er an der Universität zu Köln einen B.A. in Sozialwissenschaften (2015) und einen M.A. in Politikwissenschaft (2018) ab. Seine Promotion wurde durch ein Stipendium der Rosa-Luxemburg-Stiftung gefördert. Im Juni 2026 verteidigte er an der Hochschule München seine Dissertation „Verhandlungszonen einer rassifizierten Topographie – Die Problematisierung der Migration in der Kölner Keupstraße und die Materialisierung unternehmerischer Raum- und Stadtstrategien“. Die Arbeit entstand am PZSGT, einem gemeinsamen Promotionszentrum der OTH Regensburg, der Hochschule München und der TH Nürnberg, betreut von Prof. Dr. Gabriele Fischer (Hochschule München) und Prof. Dr. Clarissa Rudolph (OTH Regensburg). Es war die erste am Zentrum abgeschlossene Promotion. Im Dezember 2026 erscheint seine Studie „Rassifizierte Topographien. Über die Problematisierung von Migration im städtischen Raum“ in der Reihe Urban Studies bei transcript.
Während des Studiums war er wissenschaftliche Hilfskraft an der Universität zu Köln: von 2014 bis 2016 am Institut für Politische Theorie und Ideengeschichte und von 2015 bis 2017 am Lehrstuhl für Vergleichende Politikwissenschaft im DFG-Projekt „Decentralization and Electoral Geographies“. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter arbeitete er im Projekt „amal“ zu den Auswirkungen extrem rechter und rassistischer Gewalt an der TH Köln (2021–2022) sowie am Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie der Universität Göttingen (2023). In Göttingen wirkte er an einer Expertise für ein bundesweites NSU-Dokumentationszentrum mit und war unter anderem dafür zuständig, die Perspektiven der von den Anschlägen Betroffenen einzubeziehen. Der Bericht erschien im Anhang der Machbarkeitsstudie, die die Bundeszentrale für politische Bildung 2024 veröffentlichte.
Seine wissenschaftlichen Texte erschienen in den Zeitschriften Widersprüche und Swiss Political Science Review sowie in Sammelbänden bei Springer VS, Beltz Juventa, Unrast, Edition Nautilus und PapyRossa. Darüber hinaus schrieb er für analyse & kritik, kritisch-lesen.de und das re:volt magazine. Seine Forschung stellte er auf Tagungen vor, darunter 2025 auf der Tagung „Umkämpftes Erinnern in der postmigrantischen Gesellschaft“ zweier Sektionen der Deutschen Gesellschaft für Soziologie an der Hochschule München.
Neben seiner Forschung verfolgte und protokollierte er von 2015 bis 2017 die Sitzungen des NSU-Untersuchungsausschusses im nordrhein-westfälischen Landtag. Außerdem beobachtete er den Prozess um die Schüsse in Köln-Porz.
Ausbildung
Promotion, Sozialwissenschaften
Hochschule München, Fakultät für angewandte Sozialwissenschaften / PZSGT
Dissertation: Verhandlungszonen einer rassifizierten Topographie – Die Problematisierung der Migration in der Kölner Keupstraße und die Materialisierung unternehmerischer Raum- und Stadtstrategien. Betreuung: Prof. Dr. Gabriele Fischer (Hochschule München) und Prof. Dr. Clarissa Rudolph (OTH Regensburg); Vorsitz der Prüfungskommission: Prof. Dr. Ralph-Miklas Dobler (Hochschule München). Disputation am 11. Juni 2026; erste abgeschlossene Promotion am PZSGT, dem gemeinsamen Promotionszentrum der OTH Regensburg, der Hochschule München und der TH Nürnberg. Gefördert durch ein Stipendium der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
M.A., Politikwissenschaft
Universität zu Köln, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
B.A., Sozialwissenschaften
Universität zu Köln, Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Zweites Juristisches Staatsexamen, Rechtswissenschaften
Universität zu Köln, Rechtswissenschaftliche Fakultät / Oberlandesgericht Köln
Studium der Rechtswissenschaften und Abschluss als Volljurist mit dem Zweiten Juristischen Staatsexamen.
Stationen
Forschung und Förderung
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Georg-August-Universität Göttingen, Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie
Projekt „Expertise zum bundesweiten NSU Dokumentationszentrum/Erinnerungsort“, gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und geleitet von Prof. Sabine Hess. Zu seinen Aufgaben gehörte es, die Forderungen und Perspektiven der von den rassistischen Anschlägen Betroffenen einzubringen.
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
TH Köln, Angewandte Sozialwissenschaften – Diversity und Migration
Projekt „amal – Auswirkungen extrem rechter und rassistischer Gewalt auf das Alltagsleben von Menschen mit Migrationsgeschichte und BPoC in NRW“ (Projektlaufzeit 1. Dezember 2020 bis 31. Mai 2023; CoRE-NRW; gefördert vom Wissenschaftsministerium des Landes NRW; geleitet von Prof. Schahrzad Farrokhzad und Prof. Birgit Jagusch).
Promotionsstipendiat
Rosa-Luxemburg-Stiftung, Promotionsförderung
Promotionsstipendium zur Förderung seiner Dissertation.
Wissenschaftliche Hilfskraft, Vergleichende Politikwissenschaft
Universität zu Köln, Lehrstuhl für Vergleichende Politikwissenschaft, DFG-Projekt „Decentralization and Electoral Geographies“ (DEG)
Mitarbeit im DFG-geförderten Projekt „Decentralization and Electoral Geographies“ unter der Leitung von Prof. André Kaiser; laut Danksagung beteiligt an der Codierung kurdischer Parteiprogramme und der Bereitstellung von Fallmaterial. Mitautor des aus dem Projekt hervorgegangenen Artikels in der Swiss Political Science Review (2016).
Wissenschaftliche Hilfskraft, Politische Theorie und Ideengeschichte
Universität zu Köln, Institut für Politische Theorie und Ideengeschichte
Wissenschaftliche Hilfskraft während des Studiums der Sozialwissenschaften und der Politikwissenschaft an der Universität zu Köln.
Zeitleiste
- Ausbildung
- Stationen
- Publikationen
- Texte
- Erinnerungsarbeit & Beobachtung
- Vorträge & Medien
2026, 7 Einträge
Ausbildung: Promotion (Sozialwissenschaften)
3 Publikationen und 3 Medienbeiträge
Publikation: Rassifizierte Topographien. Über die Problematisierung von Migration im städtischen Raum
Vortrag oder Medienbeitrag: Wie sich die Kölner Keupstraße innerhalb 50 Jahren verändert hat (extern)
Vortrag oder Medienbeitrag: Erste eigenständige Promotionen am PZSGT (extern)
Vortrag oder Medienbeitrag: Erste eigenständige Promotion der HM (extern)
Publikation: Der soziale Raum des Rassismus
2025, 3 Einträge
Vortrag oder Medienbeitrag: Erinnerung an die Opfer des Nagelbombenanschlags auf der Keupstraße – Zwischen unternehmerischen Stadtpolitiken und der Entpolitisierung von aktivistischen Praxen (extern)
1 Text und 1 Medienbeitrag
2024, 8 Einträge
3 Publikationen, 4 Texte und 1 Medienbeitrag
Publikation: Das Problem mit der Staatsräson. Kontinuitäten der Nicht-Aufklärung im NSU-Komplex und deren gesellschaftliche Folgen
Publikation: »Ignoranz ist das andere Gesicht des Rassismus«. Gespräch mit Muhammet Ayazgün vom 14.12.2023
Vortrag oder Medienbeitrag: Nach dem Skandal-Video von Sylt: Der Norden grölt rassistisch (extern)
Text: »Du musst nichts gemacht haben, um als Gefahr zu gelten« (extern)
2023, 7 Einträge
Station: Wissenschaftlicher Mitarbeiter
3 Publikationen und 3 Texte
2022, 6 Einträge
Vortrag oder Medienbeitrag: Anti-migrantischer Vigilantismus: Einsichten aus dem Prozess gegen Bähner (Tatort Köln-Porz) (extern)
Vortrag oder Medienbeitrag: Redlining in Kreuzberg. Von Zuzugssperren und Grenzen: eine Aktivierung (extern)
2021, 8 Einträge
Station: Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Vortrag oder Medienbeitrag: Solidarität muss Praxis werden (extern)
Erinnerungsarbeit oder Beobachtung: Prozessbeobachter im Verfahren um die Schüsse in Köln-Porz (extern)
2 Publikationen, 2 Texte und 1 Medienbeitrag
Vortrag oder Medienbeitrag: „Man hat rein gar nichts gelernt“ (extern)
Publikation: Rassismuskritisches Wörterbuch
Publikation: »Die dann nachmittags rumhängen…« Behördliche Schikanen und Anti-Roma-Rassismus rund um die Kölner Keupstraße
2020, 3 Einträge
Station: Promotionsstipendiat
2018, 1 Eintrag
Ausbildung: M.A. Politikwissenschaft
2016, 3 Einträge
2 Publikationen und 1 Text
2015, 3 Einträge
Ausbildung: B.A. Sozialwissenschaften
Station: Wissenschaftliche Hilfskraft, Vergleichende Politikwissenschaft
Erinnerungsarbeit oder Beobachtung: Beobachter des NSU-Untersuchungsausschusses im Landtag Nordrhein-Westfalen (extern)
2014, 1 Eintrag
Station: Wissenschaftliche Hilfskraft, Politische Theorie und Ideengeschichte
2010, 1 Eintrag
Ausbildung: Zweites Juristisches Staatsexamen (Rechtswissenschaften)
Vorträge & Medien
Vorträge, Podien und Workshops sowie Interviews, Meldungen und Pressezitate, neueste zuerst.
Wie sich die Kölner Keupstraße innerhalb 50 Jahren verändert hat (extern)
Kurzes Interview in der Reihe „Frisch promoviert“ zu seiner Dissertation: wie die Keupstraße über rund 50 Jahre problematisiert wurde, welche Methoden er nutzte, was ihm die Promotion bedeutet und welche Ratschläge er Promovierenden gibt. Auch in englischer Fassung verfügbar.
Erste eigenständige Promotionen am PZSGT (extern)
Berichtet, dass Çağan Varol am 11. Juni 2026 an der Hochschule München die erste Promotion am PZSGT abgeschlossen hat.
Erste eigenständige Promotion der HM (extern)
Meldet die erfolgreiche Verteidigung seiner Dissertation, die erste eigenständige Promotion eines HM-Promovierenden und die erste abgeschlossene Promotion am PZSGT.
Umkämpftes Erinnern in der postmigrantischen Gesellschaft (extern)
Tagungsbericht von Alia Herz-Jakoby, der Varols Vortrag darüber zusammenfasst, wie unternehmerisches Stadtmarketing das aktivistische Gedenken an den NSU-Nagelbombenanschlag von 2004 in der Keupstraße entpolitisieren kann.
Erinnerung an die Opfer des Nagelbombenanschlags auf der Keupstraße – Zwischen unternehmerischen Stadtpolitiken und der Entpolitisierung von aktivistischen Praxen (extern)
Vortrag in Panel 2, „Gedenken im öffentlichen Raum als Praxis der Problematisierung“, auf der Tagung der DGS-Sektionen „Soziale Probleme und soziale Kontrolle“ sowie „Migration und ethnische Minderheiten“.
Nach dem Skandal-Video von Sylt: Der Norden grölt rassistisch (extern)
Artikel von Jonas Kähler. Als Rassismusforscher zitiert: Solche Vorfälle seien schon immer verbreitet gewesen und bekämen nun mehr mediale Aufmerksamkeit; das Video zeige, dass Rassismus alle sozialen Schichten durchziehe.
Anti-migrantischer Vigilantismus: Einsichten aus dem Prozess gegen Bähner (Tatort Köln-Porz) (extern)
Online-Vortrag über Zoom, in dem er als Prozessbeobachter über den Fall der Schüsse in Köln-Porz und rechten bürgerlichen Vigilantismus sprach; auch vom Kölner Forum gegen Rassismus und Diskriminierung angekündigt.
Redlining in Kreuzberg. Von Zuzugssperren und Grenzen: eine Aktivierung (extern)
Gast (angekündigt als Politikwissenschaftler) in einem Workshop über Redlining, Zuzugssperren und Racial Profiling als rassistische Raumpolitik in Berlin-Kreuzberg, moderiert von Vassilis S. Tsianos.
„Man hat rein gar nichts gelernt“ (extern)
Interview von Johanna Bröse in der Ausgabe „NSU – Zehn Jahre nach der Selbstenttarnung“ über den Nagelbombenanschlag in der Keupstraße, den Umgang von Polizei und Medien mit den Opfern, die NSU-Tribunale, die Initiative Herkesin Meydanı und institutionellen Rassismus.
Solidarität muss Praxis werden (extern)
Gast einer Open-Air-Diskussion zum Auftakt der Kampagne „Die Bürokratie des Bösen – Niemand muss Ausländerbehörde sein!“ über den NSU, Neonazis in Polizei und Verfassungsschutz, Halle, Hanau und Antworten auf Rassismus.
Pressematerial
Kurzbiografien zur Verwendung in Ankündigungen, Programmen und Beiträgen.
Çağan Varol ist Sozialwissenschaftler in Köln. Er arbeitet zu institutionellem Rassismus, Migrationspolitik, Stadtpolitik und Erinnerungspolitik, mit der Kölner Keupstraße als zentralem Fallbeispiel. Nach dem Zweiten Juristischen Staatsexamen studierte er Sozialwissenschaften und Politikwissenschaft an der Universität zu Köln. Im Juni 2026 verteidigte er seine Dissertation an der Hochschule München. Im Dezember 2026 erscheint sein Buch „Rassifizierte Topographien“ bei transcript.
Çağan Varol is a social scientist based in Cologne. His work focuses on institutional racism, migration politics, urban politics and memory politics, with Cologne’s Keupstraße as a central case. After passing the Second State Examination in law, he studied social sciences and political science at the University of Cologne. In June 2026 he defended his doctoral dissertation at Hochschule München. His book Rassifizierte Topographien is due from transcript in December 2026.